Im Körper eines Erwachsenen befinden sich schätzungsweise 70 bis 100 Milligramm Kupfer — das entspricht etwa dem Gewicht eines Streichholzes. Rund ein Drittel davon liegt in der Leber und in der Milz, ein weiteres Drittel im Muskelgewebe, der Rest verteilt sich auf Gehirn, Knochen und Blut. Verglichen mit Calcium, von dem der Körper mehr als ein Kilogramm speichert, ist das eine winzige Menge.
Trotzdem taucht Kupfer in Lehrbüchern der Biochemie auf fast jeder zweiten Seite auf. Der Grund liegt nicht in der Menge, sondern in der Bauart einiger Enzyme: Sie tragen ein Kupferion im aktiven Zentrum und können ohne dieses Ion keine Elektronen weitergeben. Ein einzelnes Atom bestimmt dort, ob eine Reaktion abläuft oder stehen bleibt.
Diese Seite sammelt, was zu diesem einen Spurenelement dokumentiert ist — nicht mehr und nicht weniger. Vier Angaben zu Kupfer hat die Europäische Kommission auf Grundlage von EFSA-Gutachten zugelassen; sie erscheinen hier im genauen Wortlaut, jeweils mit Angabe der Rechtsgrundlage.
Azuritsaum bündelt geprüftes Wissen zu einem einzigen Mineralstoff. Für Kupfer sind in der Europäischen Union vier gesundheitsbezogene Angaben zugelassen. Eine davon lautet:
„Kupfer trägt zu einem normalen Eisentransport im Körper bei“
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Zum LeitfadenKupfer gehört zu den essenziellen Spurenelementen: Der Körper bildet es nicht selbst.
Jede der folgenden Angaben steht für sich und beruht auf einem eigenen wissenschaftlichen Gutachten. Der Wortlaut ist rechtlich festgelegt und wird hier unverändert wiedergegeben.
Eisen wandert im Blut nicht frei umher, sondern gebunden an das Protein Transferrin. Beladen werden kann Transferrin allerdings nur mit dreiwertigem Eisen. Die Umwandlung von zweiwertigem in dreiwertiges Eisen übernimmt Coeruloplasmin — ein Enzym, das sechs Kupferatome trägt.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
In den Nervenendigungen sitzt die Dopamin-β-Hydroxylase, ein kupferhaltiges Enzym, das Dopamin in Noradrenalin umwandelt. Auch die Bildung der Myelinscheiden, jener Isolierschicht um die Nervenfasern, läuft über kupferabhängige Reaktionsschritte.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Bei jeder Zellatmung entstehen Superoxidradikale als Nebenprodukt. Die Superoxiddismutase im Zytosol trägt je ein Kupfer- und ein Zinkatom und wandelt diese Radikale in Wasserstoffperoxid um, das anschließend weiter abgebaut wird.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Am Ende der mitochondrialen Atmungskette steht die Cytochrom-c-Oxidase. Dieser Enzymkomplex besitzt zwei kupferhaltige Zentren und überträgt die Elektronen auf Sauerstoff — der Schritt, an dem der Großteil der zellulären Energie gewonnen wird.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Kupfer aus der Nahrung wird überwiegend im oberen Dünndarm aufgenommen. Der Transporter CTR1 in der Darmwand schleust das Ion in die Zelle; von dort bringen spezialisierte Transportproteine, sogenannte Chaperone, das Kupfer gezielt an seinen Bestimmungsort. Ein freies Kupferion bleibt im Zellinneren praktisch nie unbegleitet — der Körper hält es ständig gebunden.
Über die Pfortader gelangt der größte Teil zunächst in die Leber. Dort trennen sich die Wege: Einbau in neu gebildete Enzyme, Speicherung in Metallothioneinen oder Ausscheidung über die Galle. Etwa 80 Prozent des ausgeschiedenen Kupfers verlassen den Körper auf diesem Weg, nur ein kleiner Anteil über die Niere.
Coeruloplasmin ist ein in der Leber gebildetes Glykoprotein, das rund 90 Prozent des im Blutplasma zirkulierenden Kupfers trägt. Seine Ferroxidase-Aktivität besteht darin, zweiwertiges Eisen zu dreiwertigem zu oxidieren. Erst in dieser Form kann Eisen an Transferrin binden und im Blut weitergereicht werden.
Auf zellulärer Ebene arbeitet ein verwandtes Enzym, das Hephaestin, direkt in der Membran der Darmzellen und übernimmt dort denselben Oxidationsschritt beim Austritt des Eisens aus der Zelle. Beide Enzyme sind kupferhaltig — hier berühren sich Kupfer- und Eisenstoffwechsel unmittelbar.
Genau dieser Zusammenhang ist die Grundlage der zugelassenen Angabe: „Kupfer trägt zu einem normalen Eisentransport im Körper bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.
Im Gehirn liegt die Kupferkonzentration höher als in den meisten anderen Geweben. Zwei Enzymfamilien erklären das größtenteils: die bereits erwähnte Dopamin-β-Hydroxylase, die den letzten Schritt der Noradrenalin-Bildung katalysiert, und die Cytochrom-c-Oxidase, von der Nervenzellen wegen ihres hohen Energieumsatzes besonders viel benötigen.
Hinzu kommt die Peptidylglycin-α-amidierende Monooxygenase, die zahlreiche Neuropeptide in ihre wirksame Form überführt. Auch sie arbeitet mit Kupfer im aktiven Zentrum. Die zugelassene Angabe fasst diese Befunde zusammen: „Kupfer trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.
Kupfer und Zink nutzen in der Darmwand teilweise dieselben Bindungspartner. Eine sehr hohe Zinkzufuhr über längere Zeit erhöht die Bildung von Metallothionein in den Darmzellen; dieses Protein bindet Kupfer besonders fest, sodass weniger davon ins Blut übertritt. Bei üblicher Ernährung spielt dieser Effekt keine Rolle, bei hoch dosierten Einzelpräparaten kann er messbar werden.
Umgekehrt kann Vitamin C in größeren Mengen Kupfer im Darm zur einwertigen Form reduzieren und damit dessen Aufnahme beeinflussen. Die Datenlage dazu ist uneinheitlich; die europäischen Behörden leiten daraus bislang keine Zufuhrempfehlung ab.
Zwei weitere Angaben runden das Bild ab. Die erste lautet: „Kupfer trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Die zweite lautet: „Kupfer trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei“ — Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.
Der Ratgeber führt zusammen, was über Kupfer in Fachliteratur und im EU-Register dokumentiert ist: Aufnahmewege, Referenzwerte, Gehalte einzelner Lebensmittel und die vier zugelassenen Angaben im genauen Wortlaut.
Einmaliger Zugang · Digitales Informationsprodukt
Wer den Ratgeber bestellt, kann die Inhalte vierzehn Tage lang in Ruhe durchsehen und den Vertrag innerhalb dieser Frist ohne Angabe von Gründen auflösen. Der genaue Ablauf steht in der Widerrufsbelehrung.
Alle Texte auf dieser Webseite sind allgemeine Information und keine medizinische Beratung. Sie ersetzen weder die Untersuchung noch die Diagnose oder Therapieempfehlung durch ärztliches Fachpersonal. Wenden Sie sich bei Beschwerden oder vor einer Änderung Ihrer Ernährungsgewohnheiten an eine Arztpraxis oder eine Apotheke. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die auf der Packung angegebene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Bewahren Sie solche Produkte für kleine Kinder unerreichbar auf.
Zwischen dieser Webseite und Google LLC, YouTube LLC oder Alphabet Inc. besteht keinerlei gesellschaftsrechtliche oder inhaltliche Verbindung. Die Namen Google und YouTube sind eingetragene Marken von Alphabet Inc. und werden hier ausschließlich zur Kennzeichnung verwendet. Weder Google noch YouTube haben die hier veröffentlichten Inhalte geprüft, freigegeben oder empfohlen. Sofern wir Werbedienste dieser Anbieter nutzen, folgt daraus keine Aussage über die Inhalte dieser Seite.
Die Antwort kommt per E-Mail, meist noch am selben oder am folgenden Werktag. Pflichtfelder sind markiert.
Sie erreichen uns auch ohne Formular: [email protected]